Die Landfrauen sind schuld
So erzähle ich es gerne, wenn mich jemand fragt, wie ich denn auf den Bolzen gekommen bin, Encouraging-Trainerin zu werden.
In einem Vortrag der Landfrauen mit dem Titel „Mut tut gut“ hörte ich das erste Mal von „ermutigenden Qualitäten“ und davon, wie wichtig Mut in Beziehungen ist – sozialer Mut.
Ich kaufte mir das Buch mit dem gleichnamigen Titel von Theo Schoenaker, und ich fühlte mich verstanden in dem, was ich las.
Jeder Mensch braucht Ermutigung. Jemanden, der dich anlächelt, dir zuhört und Geduld mit dir hat, wenn etwas nicht gleich klappt. Jemanden, der deine Versuche und Fortschritte anerkennt. Eben einen Menschen, der dich in deinem Tun ermutigt.
Wie kann ich die Kommunikation – mit und ohne Worte – mit anderen Menschen verbessern, und wie kann ich eine positive innere Haltung entwickeln? Auch das ist ein tragendes Thema. Das Buch regt zum praktischen Üben an, und genau das war mein Plan.
Ich wollte etwas verändern.
Vielleicht kennst du diese Motivation: Du liest von etwas, das deinen Lebens- und Berufsalltag verbessern kann, und denkst dir: „Oh ja, das werde ich ausprobieren! Das wird mir helfen.“ Der Wille ist da, aber du machst es nicht. Die Tage vergehen, und das Üben gerät in Vergessenheit. So ging es mir jedenfalls.
Parallel las ich von einer Ausbildung „Beratung im Beruf“, und da mich mein Versagen im Gartencenter (siehe diesen Blogartikel) immer mal wieder beschäftigte, klang das nach einer Möglichkeit, anderen Menschen dabei zu helfen, nicht genau die gleichen Fehler zu machen.
Meine Kinder waren noch klein, und mein Hirn wollte wieder etwas zu tun haben. Ich war neugierig – genau die richtige Voraussetzung für eine Weiterbildung, wie ich fand.
Am ersten Ausbildungswochenende hob die Dozentin ein mir bekanntes Buch in die Höhe: „Mut tut gut“, und teilte uns mit, dass uns dieses Buch die nächsten zwei Jahre begleiten würde.
In diesen zwei Jahren habe ich gelernt, was Ermutigung genau bedeutet. Wie wertvoll „ermutigende Qualitäten“ im Beziehungsalltag sind, und ich habe angefangen, eine positive innere Haltung zu entwickeln.
Nach der Ausbildung fragten wir nach der Möglichkeit, ein Encouraging-Training mit zehn Einheiten zu machen, da wir in der Ausbildung immer nur Teilstücke davon kennengelernt hatten. Das klappte, und aus meiner Motivation, etwas zu verändern, wurden handfeste Erfahrungen.
Wir wissen in der Regel alle eine Menge über persönliche Entwicklung und Beziehungen – darüber, was gut ist und was nicht. Trotzdem handeln wir oft nicht entsprechend. Encouraging Training war – und ist – für mich Praxis pur. Ich lernte in einer Gemeinschaft interessierter Menschen Schritt für Schritt, positive Veränderungen in mein Leben zu bringen. Meine ganze Familie profitierte davon.
Das, was ich alleine nicht umgesetzt hatte, war in einer Gruppe auf einmal möglich. Wir hatten alle das gleiche Ziel: uns weiterzuentwickeln, die Beziehung zu uns selbst und anderen Menschen auf ein höheres Level zu bringen und den positiven Blick zu schärfen. Die Inhalte aus der Individualpsychologie sprachen mich an und nach zehn gemeinsamen Wochen ging ich als anderer Mensch aus diesem Training.
Es war klar: Genau das, was mir so gutgetan hatte, wollte ich an andere Menschen weitergeben.
Somit war für mich der nächste Schritt ganz klar: Ich werde Encouraging-Trainerin.
Nach der Ausbildung kam dann – ganz ungeplant und blauäugig – der Schritt in die Selbstständigkeit.
Mehr davon demnächst auf dieser Seite 😊
Susanne
